Alle Krankheiten beginnen im Darm.

Hippokrates

Schon Hippokrates wusste, dass der Ursprung eines gesunden Körpers in einem gesunden Darm liegt. Besonders eine ausgewogene Ernährung mit Fokus auf Gemüse, qualitativ hochwertiges Fleisch und gesunde Fette ist wichtig. Vor allem oft unverträgliche Nahrungsmittel, die zu einer Immunreaktion führen können, sollen vermieden werden. Zu den hauptsächlichen Nahrungsmittelallergenen zählen Gluten, Milchprodukte, Eier und Soja1. Damit der Darm saniert werden kann, muss auf solche Nahrungsmittel für eine Weile verzichtet werden, da durch den Verzehr Autoimmunreaktionen und Entzündungen gepusht werden können und u.a. ein sog. „Leaky Gut“ (= durchlässiger Darm) entstehen kann. Ein großer Teil des Immunsystems liegt im Gastrointestinaltrakt und somit im Darm, was bedeutet, dass bei einem kranken Darm das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen wird2. Und besonders bei Autoimmunerkrankungen und dem Angriff auf körpereigenes Gewebe ist das Immunsystem bereits geschwächt.

Datis Kharrazian beschreibt eine Verbindung zwischen Darm und Schilddrüse. So hängt fast ein Viertel der Schilddrüsenaktivität von einem gesunden Darmmilieu ab. Bei Verdauungsstörungen können Nährstoffe, die wichtig für die Schilddrüsenaktivität sind, schlechter aufgenommen werden, auch kommt es dadurch zu einem hormonellen Ungleichgewicht3. Außerdem wird heute oft darüber diskutiert, ob die Entwicklung von Autoimmunerkrankungen durch Störungen im Verdauungstrakt  beeinflusst wird4. Leider sind Menschen, die an einer Autoimmunerkrankung leiden, prädisponiert dafür weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln, weshalb es umso wichtiger ist auf sich selbst zu schauen.

AIP, kurz für Autoimmun-Protokoll-Diät, ist eine Eliminationsdiät bei der häufige Allergene für eine Weile gemieden werden. Die Elimination von Lebensmittelgruppen, die häufig zu Problemen, Allergien und Intoleranzen führen können, soll dem Darm die Möglichkeit geben sich zu erholen. Schädliche Darmbakterien sollen durch gesunde ersetzt werden. Mit nährstoffreichen Lebensmitteln soll der Darm gestärkt werden. Nach einigen Wochen (mind. 4 Wochen) können nach und nach Nahrungsmittel wieder eingeführt werden, um zu erkennen, welche Nahrungsmittel nicht gut vertragen werden (auch Elimination-Provokations-Diät genannt). Wir sind über Datis Kharrazian und Chris Kresser erstmals auf AIP aufmerksam geworden.

Diese Umstellung ist besonders in der Anfangsphase überwältigend und gibt einem das Gefühl, dass gar nichts mehr zu essen übrig bleibt. Und es ist klar, das dies keine Diät auf Lebenszeit sein muss, sondern mehr eine Auszeit und Erholung für den Körper. Ich gebe allerdings zu, dass ich soviele Nahrungsmittelintoleranzen habe, dass die AIP-Ernährungsweise die einzige ist, nach der ich überhaupt noch essen kann, leichter fällt es mir aus diesem Grund aber nicht.
AIP soll nur einen Teil dieses Blogs ausmachen. Viel mehr liegt der Fokus auf einer gesunden, ausgewogenen und allergenfreien Ernährung.

Erlaubte Nahrungsmittel:

  • Gemüse
  • Obst
  • hochwertiges Fleisch/Fisch
  • gesunde Fette (Kokosöl, Avocadoöl, Olivenöl)
  • Kräuter
  • Gewürze (keine Samen)
  • Fermentiertes (Sauerkraut, Kombucha,… – Achtung bei Histaminintoleranz!)

Verbotene Nahrungsmittel:

  • Getreide (auch Reis und Mais)
  • Milchprodukte
  • Eier
  • Soja
  • Nüsse und Samen
  • Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Melanzani,…)
  • Hülsenfrüchte

Mickey Trescott stellt auf ihrer Seite www.autoimmune-paleo.com großartige Listen, der zu vermeidenden und erlaubten Nahrungsmittel zur Verfügung:

Wichtig ist, sich auf die Nahrungsmittel zu fokussieren, die erlaubt sind und die nicht zur Gruppe der Nahrungsmittelallergene gehören. Es ist wichtig, es nicht als Verbot aller leckeren Lebensmittel zu sehen (Zucker ist nun mal schön süss, macht aber auch süchtig, weshalb er vielem beigesetzt ist), sondern als Gewinn an gesunden und unverarbeiteten Nahrungsmitteln zu sehen,  die einem Energie geben statt sie einem zu nehmen.
Und versprochen, es gibt viel mehr zu entdecken als das was wir bisher gewohnt waren.

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1. Datis Kharrazian: Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln, 2010, S. 116
2. Gut microbiota and lipopolysaccharide content of the diet influence development of regulatory T cells: studies in germ-free mice, BMC Immunol. 2008 Nov 6;9:65
3. Datis Kharrazian: Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln, 2010, S. 128-129
4. The “Perfect Storm” for Type 1 Diabetes – The Complex Interplay Between Intestinal Microbiota, Gut Permeability, and Mucosal Immunity, Diabetes. 2008 Oct; 57(10): 2555–2562
5. Autoimmune Paleo: http://autoimmune-paleo.com/AIPincludelist.pdf
6. Autoimmune Paleo: http://autoimmune-paleo.com/AIPavoidlist.pdf

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